Nikolaus bei den Flüchtlingskindern 2017
In diesem Jahr wurde die 25. Nikolausfeier des Arbeitskreis Asyl Kaufbeuren begangen. Der Besuch des Nikolaus ist längst zu einem Höhepunkt des Jahres für die Kinder aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Eritrea und vielen anderen Herkunftsländern geworden. Unter den Gästen waren auch viele ehemalige Flüchtlinge zu finden.

So konnte das Haus St. Martin die vielen Besucher kaum fassen als Bischof Nikolaus, mit einem Leiterwagen voller kleiner Päckchen bepackt, die Tür betrat. Eltern und Kinder hatten sich für diesen Tag festlich gekleidet und die Kinder Gedichte, Lieder und Bilder für den Nikolaus vorbereitet. Viele brachten den Mut auf, vor dem großen Publikum dem Nikolaus ein Gedicht oder ein Lied vorzutragen. Zum Ende der Feier wollten viele Eltern ihre strahlenden Kinder mit dem Nikolaus auf einem Foto festhalten. Die Helfer des Arbeitskreises sind überzeugt, dass einige Flüchtlinge Zurückgebliebenen in der Heimat von Deutschland und seiner Kultur erzählen, von freundlichen Begegnungen und einer Offenheit, die nicht vereinnahmen will.
Quelle: http://www.wir-sind-kaufbeuren.de/nachrichten/meldung/nikolaus-bei-den-fluechtlingskindern.html

„Dem“ Flüchtling ein Gesicht geben…

Unter diesem Motto stand der Unterrichtsbesuch von drei Asylbewerbern in der Sophie-La-Roche Realschule Kaufbeuren. Die Schüler, welche sich im Rahmen des Fachs Sozialkunde mit dem Thema „Asyl“ beschäftigten, hatten eingeladen um sich aus erster Hand über die Punkte „Heimatland – Flucht –neue Heimat Deutschland“ zu informieren. Im Laufe des 45-minütigen Gesprächs wurden evtl. vorhandene Vorbehalte schnell abgebaut und es entwickelte sich eine rege Kommunikation.

 

Die gut vorbereiteten Jugendlichen fragten sehr sensibel und vor allem interessiert nach. So entstand eine herzliche Atmosphäre, die es den Asylbewerbern erleichterte, trotz einiger sprachlicher Probleme und der verbundenen Emotionalität diesen spezifischen Ausschnitt ihrer Biografie preiszugeben. Als Schlussfolgerung kann festgehalten werden, dass der Besuch sicherlich allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben wird und dazu beigetragen hat Barrieren abzubauen und den Menschen im Themengebiet zu fokussieren.

Nikolausfeier 2014 für die kleinen Asylbewerber

 

Leckeres Essen und wichtige Informationen

Das gab es am Stand des Arbeitskreises auf dem Lernfest 2014

Daheim oder Fremd in Kaufbeuren?

 

Vollversammlung des Stadtjugendrings Kaufbeuren

im Dezember 2014

 

Die meisten von uns würden auf diese Frage ohne zu zögern „Daheim“ entgegnen. Doch wie fällt die Antwort von Menschen mit Migrationshintergrund, die in Kaufbeuren leben, auf diese Frage aus? Kommen Sie genauso schnell und unmissverständlich zu „Daheim“ wie wir? Bräuchten Asylanten ein paar Minuten Bedenkzeit? Oder würden diese gar konträr zu uns „Fremd“ erwidern?

 

Angenommen dem ist so, was bewegt die Menschen dazu? Was kann ggf. durch „Einheimische“ für das Gefühl „in Kaufbeuren Daheim zu sein“ getan werden? Um diese Fragen zu erläutern, Ideen für die Integration von Migranten und für die Begleitung auf dem Weg zu einem eindeutigem „Daheim“ zu erhalten, hatte die Vollversammlung des Stadtjugendringes (das örtliche Vertretungsgremium der Vereine) den Arbeitskreis Asyl, aber vor allem Flüchtlinge, zum Austausch eingeladen. Die aufschlussreichen Gespräche haben nach Aussagen aller Beteiligten Berührungsängste abgebaut, zahlreiche Ideen zu Tage gefördert, den Grundstein zur Kooperation mit dem Arbeitskreis gelegt und den Prozess zur Integration von Flüchtlingen in die einzelnen Organisationen angeregt.

Menschen auf der Flucht bei uns

Großes Netzwerk der Hilfe

 

Reger Andrang herrschte bei der Veranstaltung „Menschen auf der Flucht – bei uns“ am 15. Januar im Pfarrsaal St. Ulrich, die sich an Helferkreise und Interessierte richtete. Gekommen waren auch zahlreiche betroffene Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern, so dass die 200 Teilnehmer eine beeindruckende kulturelle Vielfalt widerspiegelten, verbunden durch ein gemeinsames Anliegen.

 

 Dank der breit gefächerten Kooperation von katholischen, evangelischen und muslimischen Gemeinden sowie Arbeitskreis Asyl und Bündnis für Flüchtlinge erwartete die Besucher ein umfangreiches, vielfältiges Programm. Besonderen Beifall spendete das Publikum für das Mitwirken der islamischen Gemeinde und des Verbandes der islamischen Kulturzentren an diesem Abend.

 

Zu Beginn bewegten die Kurzberichte von zwei jungen Männern aus Afghanistan und Sierra Leone die Zuhörerschaft. Sie dankten für ihr Hiersein, beschrieben ihre Erlebnisse von der lebensgefährlichen Flucht und die Probleme ihrer aktuellen Situation. Beide wünschten sich von unserer Gesellschaft Offenheit, Toleranz und die konkrete Umsetzung der Menschenrechte für Flüchtlinge.

 

Im Anschluss hielt Claudia Schober von der Migrationsberatung des Caritasverbandes Augsburg ein Impulsreferat über allgemeine Informationen zum Thema Asyl als auch die Situation der Flüchtlinge in Kaufbeuren/Ostallgäu. Ihre beiden Kolleginnen, Alexandra Fink und Martina Ruhland ergänzten dies mit den besonderen Herausforderungen, denen sie in Kaufbeuren und im Ostallgäu in ihrer Arbeit begegnen. Im Ostallgäu fehlen geeignete Unterkünfte, aber auch die infrastrukturelle Anbindung auf dem Land ist teilweise schwierig, da anfallende Fahrtkosten von den Flüchtlingen selber zu tragen sind.

 

Alle drei Beraterinnen erleben ein breites Spektrum an Reaktionen: von überwältigender Hilfsbereitschaft von Einheimischen bis hin zu ausländerfeindlichen Stimmungen.

 

Das zahlreiche Engagement zeigte sich in den Beiträgen verschiedener örtlicher Institutionen.

Starken Zulauf hat der Arbeitskreis Asyl Kaufbeuren mit derzeit 100 Mitgliedern. Das Notwendige zu leisten und die Flüchtlinge nicht mit materiellen Dingen zu überschütten, darin sieht Günter Kamleiter die Aufgabe des Arbeitskreises Asyl.

 

Aktuell sucht der AK Asyl Ehrenamtliche für Deutschkurse, Mutter-Kind-Gruppen für Flüchtlingsmütter und ihre Kinder und einen Raum in der Kaufbeurer Innenstadt für eine Fahrradwerkstatt. Angedacht ist auch eine Ausbildung für Flüchtlingsbetreuer. Die Caritas-Vertreterinnen sahen dies als ihre Aufgabe an, sind jedoch derzeit mit wenigen Wochenstunden unterbesetzt. Eine weitere Stelle ist bereits ausgeschrieben.

 

Diakon Wolfgang Stock von der evangelischen Dreifaltigkeitskirche, Michael Rösch von der Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren und Mukadder Coskun, von der türkisch-islamischen Gemeinde DITIB luden zu ihren Angeboten ein. Diese sind auf der Homepage www.arbeitskreis-asyl-kaufbeuren.de zusammengefasst.

 

Von den Möglichkeiten der traumatherapeutischen Behandlung am Bezirkskrankenhaus berichtete Dr. Petula Wendlandt, welche als Psychiaterin tätig ist. Von Montag bis Freitag findet von 9 bis 17 Uhr die ambulante Sprechstunde statt, zu der betroffene Personen jederzeit kommen können.

 

In seinem Schlusswort dankte Michael Rösch allen Anwesenden für ihr Kommen und das große Interesse. Er motivierte zur Teilnahme am Bündnis für Flüchtlinge, (www.BfF-KF.de) und lud zum monatlichen ökumenischen Gebet „30 Minuten für den Frieden“ ein, welches jeweils am 7. jeden Monats stattfindet. Außerdem werden weitere Veranstaltungen mit Flüchtlingen in nächster Zeit folgen.

 

Auch nach der Veranstaltung nutzten viele Teilnehmer noch die Gelegenheit zu persönlichem Gespräch und Austausch.