Lesung mit Florence Brokowski- Shekete

Raus aus den Schubladen! – das war nicht nur der Titel eines der Bücher, die Florence Brokowski- Shekete am 12.5.23 vor rund 80 Zuhörern im Haus St. Martin vorlas. Dass man das Thema auch für sich selber immer wieder überdenken muss, musste auch die Autorin feststellen: war sie es bisher gewohnt, immer nur einem rein deutschen Publikum gegenüberzustehen, überraschten sie in Kaufbeuren zahlreiche Zuhörerinnen afrikanischer Herkunft, die sich auch rege an der Diskussion beteiligten. Damit wurde die erste Veranstaltung im Rahmen der „Interkulturellen Lesungen“, die vom Beirat für Vielfalt und Offene Gesellschaft gefördert wird und ein Gemeinschaftsprojekt des AK Asyl, des Generationenhauses und der VHS ist, dem selbstgestellten Anspruch gerecht: Lesungen nicht nur für Deutsche, sondern auch für Flüchtlinge und Migranten anzubieten.

Damit der Abend nicht zu schnell zu Ende war, hatten mehrere Frauen, darunter Liya Elias und Tabitha Mabor ein köstliches afrikanisches Essen vorbereit, so dass man sich noch gemütlich über Vortrag und Essen austauschen konnte. So wurde der Abend zu einem "vielsinnigen" Erlebnis.


Impressionen vom "Zelt der Kulturen" des AK Asyl beim Fest UTOPI_KA auf dem Tänzelfestplatz Kaufbeuren vom 23. bis 24.9.2022.


Besuch von OB Bosse bei den afghanischen Ortskräften

 

Auf seiner 24 Tour 2022 durch Kaufbeuren besuchte Oberbürgermeister Bosse  auch die in Kaufbeuren untergebrachten afghanischen Ortskräfte.


 

So tickt Deutschland:

 

Angesichts der bedrohlichen politischen und wirtschaftlichen Lage in Afghanistan bemühten wir uns im 2. Halbjahr 2021 besonders um die Geflüchteten aus Afghanistan. In Gesprächsrunden setzten wir uns mit ihren Sorgen und Ängsten um ihre Angehörigen und um ihr Land auseinander. Die Verzweiflung vieler war sehr groß, unsere Hilflosigkeit nicht weniger.

Bei einer gut besuchten Mahnwache konnten wir wenigstens unsere Solidarität zeigen. Im Herbst nahmen wir in der Gruppe an Online-Seminaren, Berichten, Diskussionen zur aktuellen Situation in Afghanistan teil. Die Fragen drehten sich immer wieder um die Situation der Frauen und um die drohende wirtschaftliche Notlage.

 

Über das 1. Adventswochenende waren wir mit 15 Männern in Hagspiel, dem Freizeithof des Stadtjugendrings. Es war eine sehr intensive Zeit für persönliche Gespräche und Auseinandersetzungen. Es war schön, gemeinsam zu kochen, im Schnee zu wandern, gemeinsam zu singen, zu musizieren und zu tanzen, Karten zu spielen und viel zu reden.

 



Bundesweiter Tag gegen Abschiebung nach Afghanistan am 8.6.2021


 

Christian Springer, ein Kabarettist auf unserer Kanzel

 

Ein Kabarettist als Kanzelredner im Gottesdienst? Geht das? Und das auch noch unter „Coronaregeln“? Ja, Christian Springer, der nicht nur Kabarett macht, sondern sich schon seit Jahren mit seinen „Orienthelfern“ für syrische Flüchtlinge im Libanon einsetzt, erfüllte diese scheinbar konträren Erwartungen der vielen Interessierten, die zweimal die Kirche füllten.

 

Pfarrer Röhm übernahm den liturgischen Teil des Gottesdienstes und nannte Springer einen Prediger, denn ein Bericht von praktizierter Nächstenliebe, das ist Verkündigung.

 

Christian Springer zeigte deutlich seine persönliche Betroffenheit und erzählte viel von seinem biografischen Hintergrund. „Wenn jemand hingefallen ist, dann heb ihn auf. Diesen Grundsatz gab mir meine Mutter ziemlich früh mit auf den Weg. Er galt für alle Menschen, auch für den versoffenen Nachbarn. Das habe ich mir gemerkt. Und darum werde ich nicht aufhören, mich für diese geflüchteten Menschen einzusetzen.“

 

Springer ging natürlich nicht nur emotional an das Thema „Flüchtlinge“ heran, er belegte seine Empörung mit Zahlen und vielen persönlichen Erlebnissen. Normalerweise ist er zweimal im Monat im Libanon und betreut dort seine Projekte in den Flüchtlingslagern. Von diesen persönlichen Begegnungen schöpft er viel Kraft und Motivation. „Ich bin dort niemals angebettelt worden. Aber die Leute bitten mich: Erzähl in Deutschland von uns.“ Das tat er ausführlich und in eindrucksvoller Weise.

 

Die Parallele zu  den 30 Jahren Flüchtlingsbetreuung des Arbeitskreises Asyl in Kaufbeuren musste nicht extra formuliert werden. Hier sprach jemand, der die Höhen und Tiefen der Arbeit mit Flüchtlingen zur Genüge selbst hautnah erfahren hat, und gerade deshalb damit nicht aufhören will.

 

Dazwischen gab es Nachdenkliches auf der Orgel.  Traugott Mayr machte Gefühle von Ruhe, Angst, Fremdheit und Schmerz hörbar mit Werken von Alain und Choveaux.

 


Anläßlich des 30 jährigen Bestehens des Arbeitskreis Asyl organisierte Günter Kamleiter zusammen mit Ursula Gollmitzer, Monika Hahn, Elisabeth Herzog, Elisabeth May- Khalifa, Hildegard Mayr-Nerl, Hans Schneider, Karin Stednitz und Wiltrud Fleischmann in der Evangelischen Dreifaltigkeitskirche die Ausstellung "Verfolgte genießen Asyl"


Malwettbewerb des AK Asyl:

 

Zum 30 Geburtstag rief der AK Asyl alle Flüchtlinge auf, uns ein Bild zu malen, was sie in Deutschland schön finden. Heraus kam eine völlig bunte Palette an Bildern, die zum Teil auch direkte Bezüge und Verweise auf die durch COVID 19 bestehenden Verhältnisse aufweisen.

Hier eine kleine Auswahl:

Am letzten Donnerstag vor den Ferien waren dann alle teilnehmenden Kinder eingeladen, mit nach Augsburg in den Zoo zu fahren:


Ausflug der Frauen vom "Internationalen Frauentreff" ins Bauernhofmuseum Illerbeuren


Nikolaus bei den Flüchtlingskindern 2017
In diesem Jahr wurde die 25. Nikolausfeier des Arbeitskreis Asyl Kaufbeuren begangen. Der Besuch des Nikolaus ist längst zu einem Höhepunkt des Jahres für die Kinder aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Eritrea und vielen anderen Herkunftsländern geworden. Unter den Gästen waren auch viele ehemalige Flüchtlinge zu finden.

So konnte das Haus St. Martin die vielen Besucher kaum fassen als Bischof Nikolaus, mit einem Leiterwagen voller kleiner Päckchen bepackt, die Tür betrat. Eltern und Kinder hatten sich für diesen Tag festlich gekleidet und die Kinder Gedichte, Lieder und Bilder für den Nikolaus vorbereitet. Viele brachten den Mut auf, vor dem großen Publikum dem Nikolaus ein Gedicht oder ein Lied vorzutragen. Zum Ende der Feier wollten viele Eltern ihre strahlenden Kinder mit dem Nikolaus auf einem Foto festhalten. Die Helfer des Arbeitskreises sind überzeugt, dass einige Flüchtlinge Zurückgebliebenen in der Heimat von Deutschland und seiner Kultur erzählen, von freundlichen Begegnungen und einer Offenheit, die nicht vereinnahmen will.
Quelle: http://www.wir-sind-kaufbeuren.de/nachrichten/meldung/nikolaus-bei-den-fluechtlingskindern.html