Der AK Asyl veranstaltet fast jährlich eigene Fortbildungsangebote für seine Ehrenamtlichen

Fachtage

"Fachtag Flucht und Integration in Kaufbeuren" am 29.6.2021

Ermöglicht wurde der Fachtag durch die großzügige finanzielle Unterstützung der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern.



Schulungswochenenden in Krumbad

Das Schulungswochenende wurde mit Geldern für eine Multiplikatorenschulung des BAMF finanziert.



Ein Wochenende für die ehrenamtlich Engagierten des AK Asyl KF in Krumbad (26. - 28.10.2018)

 

Manche der ehrenamtliche Engagierten des AK Asyl sind schon seit 28 Jahren dabei, andere erst seit ein paar Monaten – sie konnten sich gleichermaßen austauschen und fortbilden bei einem Schulungswochenende „Qualifizierung der Ehrenamtlichen des AK Asyl Kaufbeuren im Bereich Umgang mit traumatisierten Menschen, Konfliktmanagement und Umgang mit Diskriminierung im Alltag“, das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanziert wurde.

 

Das „Tagungshotel Krumbad“ bot vom 26. – 28.10.18 wieder einen idealen Rahmen für die Fortbildung, da die Teilnehmer in ihrer Freizeit die herrliche Lage, das feine Essen und das Wellnessangebot genießen konnten. Ein wunderschönes Dankeschön an die engagierten Helfer des AK Asyl, das OB Bosse beim Antrag mit einem Empfehlungsschreiben unterstützt hatte.

 

Die Schulung begann am Freitag Nachmittag mit Frau Dr. Andrea Mucha, einer Traumatherapeutin aus Aichach, die mit einfachen Worten auf Deutsch erklären konnte, wie Traumata entstehen. Erschreckend war ihr Satz „Traumatische Situationen können von schwer traumatisierten Personen weitervererbt werden“. Das würde bedeuten, dass bei den Migranten auch Jahre nach Flucht und Migration noch massive psychische Probleme auftauchen können, die umso schlimmer sein werden, wenn man nicht jetzt therapeutisch etwas dagegen unternimmt. Da dies aber nur spezialisierte Psychologen können, wird es wohl noch Jahre dauern.

 

Der Samstag war ganz dem Thema „Interkulturelle Kompetenz“ gewidmet. Erst, wenn man versteht, wie andere Kulturen fühlen, denken, hören und reagieren, kann man eine gemeinsame Zukunft gestalten. Frau Dr. Judith Abdel-Massih-Thiemann war froh, unter den Teilnehmern nicht nur eine Südsudanesin und eine Syrerin aus dem AK Asyl zu haben, sondern auch ehemalige Flüchtlinge aus dem Osten. Sehr eindrucksvoll konnte die Referentin zunächst mit Übungen und dann mit dem Modell der Kulturdimensionen (nach Richard Lewis) darlegen, dass es schon zwischen Ost- und Westdeutschen Unterschiede im Temperament gibt. Wie schwer es für nach Deutschland gekommenen Migranten mit ganz anderem kulturellen Hintergrund ist, sich in die hiesige Kultur einzufügen, verdeutlichte Thiemann mit dem Satz „Kultur ist ein Navigationssystem zur Verhaltenssteuerung im gewohnten soziokulturellen Umfeld mit dem Vorteil, dass wir es nicht extra anschalten müssen.“

 

Zum Abschluss der Tagung gab es noch drei Workshops: „Umgang mit Überforderung“, „Maßnahmen, um Diskriminierung im Alltag entgegen zu treten“ und „Konsequenzen – wie arbeiten wir weiter?“

 

„Hoffentlich bekommen wir wieder mal so ein interessantes Wochenende finanziert, bei dem wir auch genug Zeit haben, über unsere Arbeit mit Geflüchteten, unsere Erfolge, aber auch unseren Frust auszutauschen“, war das einstimmige Abschlusswort.